Repräsentative Studie von Gedeon Richter beleuchtet Versorgungslücken und Tabus

Im 125. Jahr seiner Unternehmensgeschichte und seit 15 Jahren in Deutschland aktiv, unterstreicht Gedeon Richter seine Rolle als verlässlicher Partner der Gynäkologie. Dieses Engagement spiegelt sich in der internationalen Studie „Tabuthemen in der Frauengesundheit“ wider. Die repräsentativen Deutschland‑Ergebnisse (N = 2.000) zeigen eine hohe Symptomlast und hartnäckige Tabus – etwa in Sexualität, Kontrazeption, Fertilität und Menopause – sowie klare Ansatzpunkte, wie Prävention, Beratung und Therapie gestärkt werden können.

Mit der in sechs europäischen Ländern (Ungarn, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich) und insgesamt 12.000 Teilnehmerinnen durchgeführten Studie „Tabuthemen in der Frauengesundheit“ möchte Gedeon Richter besser verstehen, welche gesundheitlichen Herausforderungen Frauen im Alltag erleben – und in welchen Bereichen Stigma und Schweigen den Weg zu einer optimalen Versorgung erschweren. Die Ergebnisse zeigen nicht nur eine hohe Prävalenz gynäkologisch relevanter Beschwerden, sondern auch, wie sehr Unsicherheiten, Scham und Zurückhaltung die Versorgung beeinflussen. Zudem wird deutlich, dass Informationsverhalten und Zugang zu Beratung stark vom Alter und der persönlichen Lebenssituation abhängen.

 „Unser Anliegen ist es, Ärztinnen und Ärzte mit belastbaren Daten zu unterstützen – und Patientinnen dort abzuholen, wo gesundheitliche und emotionale Barrieren entstehen“, erklärt Dr. med. Birte Eberhardt, Head of Communication and PR bei Gedeon Richter. „Dafür müssen wir Tabuthemen sichtbar machen und offen darüber sprechen.“

 

Beschwerden, die das Leben prägen – und doch kaum angesprochen werden

Viele Frauen leben mit Beschwerden, die ihren Alltag spürbar beeinflussen – und dennoch häufig unerwähnt bleiben. In der Erhebung gaben 61 % der Befragten an, mindestens ein gynäkologisches oder hormonbedingtes Problem zu haben (Ø 1,2 pro Person). Häufig genannt werden in der Gesamtstichprobe mit den Wechseljahren assoziierte Hitzewallungen (25 %), Schilddrüsenprobleme
(17 %), schmerzhaft‑verlängerte Menstruation (11
%) sowie Inkontinenz (8 %). Besonders aufschlussreich ist die altersabhängige Verteilung der Beschwerden: Während zyklusbedingte Symptome vor allem 18–34‑Jährige betreffen, nehmen Hitzewallungen und Inkontinenz ab 45 Jahren deutlich zu. So berichten in der Gruppe der 45–59‑Jährigen rund 44 % von Hitzewallungen und 16 % von Inkontinenz – ein klarer Hinweis auf die unterschiedlichen gesundheitlichen Herausforderungen in den verschiedenen Lebensphasen.

Für viele Betroffene sind die Auswirkungen täglich spürbar – schmerzhafte Zyklen gelten für 53 % als stark belastend, bei Inkontinenz berichten 47 % über spürbare Einschränkungen im Alltag.

Trotz dieser Häufigkeit werden die Themen im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt oft nicht adressiert – entweder, weil Patientinnen sich schämen, oder weil sie Beschwerden als „normal“ bewerten. „Wir sehen eine klare Diskrepanz zwischen Belastung und Gesprächsbereitschaft“, so die Leiterin der Kommunikation. „Gerade hier brauchen Patientinnen aktive Signale seitens der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, dass alle Beschwerden benannt werden dürfen.“

 

Sexualität: Hohe Symptomlast, niedrige Hilfesuche

Sexualität bleibt eines der sensibelsten Gesundheitsfelder: 68 % der Frauen berichten über Sexualitäts‑bezogene Schwierigkeiten – etwa Libidomangel (32 %), vaginale Trockenheit (32 %), Dyspareunie (27 %) und Orgasmusschwierigkeiten (27 %). Dennoch suchen viele nie ärztliche Unterstützung: 72 % der Frauen mit Orgasmusschwierigkeiten und 61 % mit Libidomangel haben hierzu noch nie ärztlichen Rat eingeholt.

Neben der hohen Prävalenz zeigt sich ein zweites, konsistentes Muster: Je intimer ein Symptom ist, desto stärker wirkt das Tabu. Besonders stigmatisiert werden Beschwerden des Genitalbereichs oder Inkontinenz: 79 % schätzen Inkontinenz, 45 % wiederkehrende vaginale Infektionen und 38 % Entzündungen der Vaginalschleimhaut als „peinlich“ ein. Diese Tabuisierung beeinflusst die Hilfesuche deutlich. Für die Praxis heißt das: sensibel, aktiv und strukturiert erfragen – und geeignete Therapiepfade klar aufzeigen.

 

Menopause: Hohe Symptomdichte, große Wissenslücke

Die Menopause gehört zu den Lebensphasen mit der höchsten Symptomdichte: Im Durchschnitt berichten die befragten Frauen von 5,3 Symptomen. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme treten in vielen Fällen fast täglich auf. Dabei verstärken Schlafstörungen und die daraus resultierende Fatigue die wahrgenommene Belastung zusätzlich und senken oft die Toleranzschwelle für weitere Symptome.
Angesichts dieser hohen Belastung greifen viele Frauen zunächst zu natürlichen oder alltagsnahen Lösungen. Deutsche Frauen sind besonders häufig mit pflanzlichen Präparaten und Lebensstilmodifikationen vertraut. Zwei Drittel haben eine solche Maßnahme schon einmal ausprobiert. Die Mehrheit der Frauen, die derzeit keine Behandlung in Anspruch nehmen, ist der Ansicht, dass sie keine benötigen – nur 15 % halten eine Therapie für notwendig. Gleichzeitig steht die Hälfte der Frauen, die über verfügbare Behandlungsoptionen informiert sind, deren Anwendung grundsätzlich offen gegenüber.

Gleichzeitig bleibt die Hormontherapie für viele ein unsicheres Terrain: Rund 70 % fühlen sich nicht ausreichend informiert, 34 % lehnen eine HRT grundsätzlich ab – häufig wegen Sorgen um Nebenwirkungen (47 %), genereller Hormonangst (40 %) oder präferierter „natürlicher“ Lösungen. Nur 11 % geben an, zu Nutzen und Risiken einer HRT wirklich gut informiert zu sein. Bemerkenswert: Rund die Hälfte der Betroffenen sucht keine ärztliche Hilfe, obwohl Symptome monatelang bis jahrelang anhalten und 36 % mentale Gesundheit, 34 % Sexualleben und 27 % Alltagsaktivitäten negativ beeinflusst sehen.
„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig evidenzbasierte Aufklärung und ein individualisiertes Vorgehen sind – frei von Mythen, aber sensibel für Sorgen“, betont Dr. Eberhardt.

 

Fertilität: Zwischen gesellschaftlichem Druck und verspäteter Hilfe

Kaum ein Bereich der Frauengesundheit ist emotional so aufgeladen wie der Kinderwunsch. Das spiegelt auch die Erhebung wider. So berichten 42 % der Frauen gesellschaftlichen oder familiären Druck rund um das individuell oftmals besonders bedeutungsvolle Thema. Gerade diese wahrgenommene Erwartungshaltung kann zu zusätzlichem Stress und emotionaler Anspannung führen – genau jenen Faktoren, die viele Frauen als ungünstig für eine erfolgreiche Konzeption wahrnehmen.

Zugleich erleben 49 % eine Stigmatisierung, wenn sie medizinische Hilfe benötigen. Trotz dieser starken psychosozialen Dimension kennen viele Frauen die konservativen und invasiven Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin durchaus – doch sie werden oft spät genutzt: 65 % versuchen bis zu ein Jahr lang ohne Unterstützung schwanger zu werden. Grundsätzlich zeigen sich auch etwa 40 % der unter 45‑Jährigen offen gegenüber hormoneller Unterstützung – was auf hohe Beratungschancen in der gynäkologischen Praxis hindeutet: Frühe, realistische Aufklärung (etwa zu Alter, Lebensstil, Zeitachsen, Erfolgswahrscheinlichkeiten), zügige Indikationsstellung und sensible Begleitung sind notwendig, um Unsicherheiten und Stigma zu reduzieren.[1]

 

Kontrazeption: Gemeinsame Verantwortung – mit Ungleichgewicht

In Sachen Kontrazeption sind unter den befragten Frauen sowohl Wissen als auch Nutzung breit, aber uneinheitlich: Kondom und Pille dominieren Alltag und Bekanntheit. Dennoch gaben in der Monatsrückschau 30 % an, keine Methode genutzt zu haben. Notfallkontrazeption wurde von 13 % der Befragten bereits verwendet. Bei der Methodenwahl zählen Preis, hormonfrei und einfache Anwendung zu den wichtigsten Kriterien. Gleichzeitig tragen Frauen Organisation und Kosten häufig überproportional, obwohl Kontrazeption als gemeinsame Verantwortung verstanden wird.
Diese Vielfalt an Einstellungen und Barrieren macht die individuelle Beratung zu einem zentralen Bestandteil der Versorgung. Für die Praxis heißt das: Gründe für Nicht-Anwendung explorieren, Wirksamkeit, Nebenwirkungsprofil, Anwendungssicherheit der jeweiligen Präparate ansprechen sowie Kosten bzw. Erstattungsfähigkeit und Alternativen aktiv adressieren. Dies ist insbesondere bei jüngeren Frauen wichtig, die weniger Methoden ausprobiert haben und stärker online nach Informationen suchen.

 

Screening: Unbehagen bleibt eine wichtige Hürde

Das Zervixkarzinom-Screening wird insgesamt gut angenommen: Rund 73 % der Frauen liegen im empfohlenen 3‑Jahres-Intervall. Dennoch empfinden 66 % die Untersuchung als unangenehm, und 43 % haben sie aus diesem Grund bereits verschoben oder vermieden. Besonders Frauen zwischen 55 und 59 Jahren sind seltener aktuell gescreent und unsicherer hinsichtlich der empfohlenen Frequenz.

Eine sensible Gestaltung der Untersuchungssituation, klare Aufklärung und ein aktives Recall-System können dazu beitragen, bestehende Hürden zu verringern.

 

Informationsverhalten: Online spielt zentrale Rolle – mit Chancen und Risiken

Fachärzt:innen bleiben die wichtigste Vertrauensinstanz (≈ 6467 %). Parallel nutzen viele Frauen OnlineQuellen ( 6970 %). Dabei zeigt sich ein ausgeprägter Altersgradient: Während jüngere Frauen (<25) verstärkt auf Social Media zurückgreifen, suchen 45- bis 59-Jährige häufiger strukturierte Informationen über Fachportale oder direkt im Gespräch.

Für die Fachwelt bedeutet das: Evidenzbasierte Inhalte auch digital platzieren und Patientinnen in der Sprechstunde aktiv auf verlässliche Quellen hinweisen.

 

Gedeon Richter: Partner für eine zukunftsorientierte gynäkologische Versorgung

Im 125. Jahr seines Bestehens zählt Gedeon Richter zu den traditionsreichsten Gesundheits-unternehmen Europas. 1901 gegründet, mit Hauptsitz in Ungarn, einer Marktkapitalisierung von rund 4,7 Mrd. Euro und einem Umsatz von 2,2 Mrd. Euro (2024), gestaltet das Unternehmen die moderne gynäkologische Versorgung aktiv mit. Grundlage dafür sind das größte Forschungs und Entwicklungszentrum in Mittelosteuropa sowie eine klare strategische Fokussierung auf Frauengesundheit.
„Gedeon Richter versteht sich als verlässlicher Partner in der Frauengesundheit – mit dem Ziel, gemeinsam mit Gynäkolog:innen Lösungen zu entwickeln, die wissenschaftliche Evidenz in konkrete Handlungsimpulse für die Praxis übersetzen. Die aktuelle Erhebung setzt unser Engagement fort, Patientinnen eine sichere, evidenzbasierte und präzise Versorgung zu ermöglichen“, macht Dr. Eberhardt deutlich. Die Daten zeigen eindrücklich, wo Aufklärung und Enttabuisierung die Versorgung direkt verbessern können – von der sprechenden Medizin bei Sexualschmerz bis zur strukturierten HRT‑Beratung im Klimakterium. Frühe Kinderwunsch‑Begleitung, realistische Zeitachsen und klare Pfade zu reproduktionsmedizinischen Optionen reduzieren Unsicherheiten und Stigma. In der Kontrazeption erhöhen Methodenvielfalt, Kosten‑Transparenz und Adhärenz‑Gespräche die Sicherheit – gerade bei jungen Patientinnen. Und im Screening hilft ein sensibel gestaltetes Setting, um Unbehagen abzubauen und Teilnahmen zu sichern.

 

INFOBOX: Key Findings Deutschland
  • 61 % der Frauen berichten mind. 1 gynäkologisches/hormonbedingtes Problem (Ø 1,2)
  • 68 % haben Sexualitäts‑bezogene Beschwerden – dennoch suchen viele nie ärztliche Hilfe
  • 70 % fühlen sich zu HRT in der Menopause nicht ausreichend informiert; 34 % lehnen sie grundsätzlich ab
  • 42–54 % erleben Druck beim Thema Kinderwunsch; 49–50 % empfinden Stigmatisierung
  • 30 % nutzten im letzten Monat keine Kontrazeptionsmethode
  • 73 % sind innerhalb des Zervix-Screening-Intervalls, dennoch empfinden 66 % der Frauen die Untersuchung als unangenehm und 43 % haben sie deshalb gemieden
  • Informationssuche durch Patientinnen: Fachärzt:innen und Online-Quellen werden gleichrangig für die Informationssuche genutzt
   

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[1] Hinweis zur Stichprobe: Die genannten Kinderwunsch‑Ergebnisse beziehen sich auf den Teil der Befragten, der eine (weitere) Schwangerschaft plant. Die Prozentangaben sind auf diese Subgruppe bezogen.